Rohrkettenförderer

Der Rohrkettenförderer gehört zur Gruppe der maschinellen Fördersysteme. Er wird ausschließlich zur Förderung von Schüttgütern verwendet. Der Rohrkettenförderer ist ein mechanischer Stetigförderer mit umlaufendem Zugmittel.
Mit dem Rohrkettenförderer ist im Gegensatz zur herkömmlichen Fördertechnik eine waagerechte, senkrechte oder diagonale (und auch untereinander kombinierbare) Förderung möglich. Daher lässt er sich ohne Probleme in fast allen Räumlichkeiten integrieren. Sein dreidimensionales Design ermöglicht eine perfekte Anpassung des Rohrkettenförderers an nahezu alle betrieblichen Gegebenheiten.

 

Die Grundbauteile des Rohrkettenförderers sind eine Spannstation, eine Antriebstation,
die Rohrgehäuse auf der Förder- und Rücktrumseite und eine umlaufende Förderkette,
welche in gleichmäßigen Abständen mit Transportscheiben bestückt ist. 
Die Förderkette läuft in einem Rundlauf durch das Rohrgehäuse hindurch und fördert das Schüttgut besonders produktschonend. Durch die vielen Förderscheiben entsteht
ein so genanntes Kapselwerk, welches den Überdruck beziehungsweise Unterdruck im Fördererinneren abbaut.
Generell ist im Fördertrumrohr, in der Nähe der Spannstation, ein Einlauf zur Aufnahme
des Schüttguts angebracht. Unterhalb der Antriebsstation befindet sich ein Auslauf, um
das Schüttgut dann wieder abzugeben.
Dank seines geschlossenen Systems ist der Rohrkettenförderer staubdicht, gasdicht und
druckdicht und ermöglicht so einen sauberen Transport der Schüttgüter. Je nachdem,
wie es die Gegebenheiten vor Ort verlangen, können in die Transportstrecke beliebig
viele Ausläufe und Einläufe integriert werden.

 

Insgesamt wurden bisher fünf verschiedene Baugrößen entwickelt. Und damit ist der Rohrkettenförderer für die unterschiedlichsten Förderleistungen anwendbar. Die Typenbezeichnungen (115er, 135er, 160er, 200er und 270er) leiten sich vom jeweiligen Rohrdurchmesser ab. Mit Hilfe dieser verschiedenen Baugrößen lassen sich Materialien
mit einer Körnung von bis zu 100 mm, einer Schüttdichte bis über 7 t/m³ und Durchsätze
bis zu 80 m³/h fördern.
Weiterhin sollte bei der Auswahl eines geeigneten Rohrkettenförderers berücksichtigt werden, welche Charaktereigenschaften das Schüttgut besitzt (z. B. Körnung, Feuchte, Schüttgewicht, Temperatur und besondere Merkmale wie Abrasivität, Klebrigkeit usw.).
Außerdem spielen die Richtung und Länge der Förderstrecke eine große Rolle. Das
Streckenlimit des Rohrkettenförderers liegt unter normalen Voraussetzungen bei bis zu
60 m horizontal oder 40 m vertikal.
Verschiedene Bauformen des Rohrkettenförderers sind wähl- bzw. kombinierbar:

 

Als platzsparendes und kostengünstiges Fördersystem findet der Rohrkettenförderer inzwischen
in fast allen Branchen Anwendung, wie z. B. Abfallverwertungen, Brauereien, Baustoffwerken, Chemiewerken, Heizkraftwerken, Kunststoffindustrien, Düngemittelindustrien, Farbenwerken, Fleischmehlindustrien, Kalkfabriken, Keramikindustrien, Tierfutterindustrien, Klärwerken, Ziegeleien,  Lebensmittelindustrien, Papierfabriken, Stahlwerken, Kraftwerken, Tierkörperverwertungen, Waschpulverindustrien, Rußwerken.  


Gegenüber der konventionellen Fördertechnik bietet der Rohrkettenförderer viele Vorteile:

  • die staub-, gas- und druckdichte Förderung von Schüttgütern
  • eine flexible dreidimensionale Linienführung
  • die Förderung hoch abrasiver, toxischer, explosiver, klebriger oder auch chemisch aggressiver Schüttgüter
  • eine sehr geringen Energiebedarf (z. B. 60 m³/h bei 50 m horizontaler oder 30 m vertikaler Länge: nur 9,2 kW)
  • Explosionsdruckstoßfestigkeit und Zünddurchschlagsicherheit
  • die Möglichkeit der ATEX-gemäßen Ausführung
  • einen sehr geringer Wartungsbedarf
  • hohe Standzeiten und geringer Verschleiß durch eine niedrige Kettengeschwindigkeit
  • einen geringen Platzbedarf
  • eine geringe Kornzerstörung und somit einen produktschonenden Transport
  • die Möglichkeit eines Zwangsaustrags, auch bei klebrigen Schüttgütern
  • eine nahezu totraumfreie Ausführung und somit einen hohen Selbstreinigungsgrad
  • eine homogene Silobefüllung (ohne Entmischung)
  • die Möglichkeit des Neustarts auch im befüllten Zustand
  • einen hohen Restentleerungsgrad, durch welchen Produktwechsel möglich sind

 

(Für mehr Details sehen Sie: Technik im Vergleich)

 

Der Rohrkettenförderer kann problemlos in der Senkrechtförderung eingesetzt werden, während viele andere Förderaggregate hier ungeeignet sind. Er erreicht bis zu 100 % seiner theoretisch errechneten Förderleistung, da sich durch einen geringen Abstand der Förderscheiben zueinander (160 bis 200 mm) im Senkrechtrohr Kammern bilden, welche den Produktschlupf der höher liegenden Kammer wieder auffangen.
Für die Senkrechtförderung werden lediglich Förderkette, Antriebstation, Rohrgehäuse und Rohrbögen benötigt. Eine Spannstation ist hier nicht notwendig, da sich durch ihr Eigengewicht die Förderkette von selbst spannt (Kostenersparnis).
Auch die birnenförmig gestaltbare Linienführung, um z. B. BigBags zu entleeren oder um Förderbandrückstände wieder auf das Band zurückzugeben, hat sich bewährt. Häufiger
Einsatzort von Senkrecht-Rohrkettenförderern ist die Befüllung von Silos.


Die Vorteile des Rohrkettenförderers zeigen sich auch in der horizontalen Förderung oder
bei individuellen Richtungswechseln. Die lange Erfahrung mit den zu fördernden Schüttgütern sowie die mechanische Belastbarkeit einzelner Bauteile zeigt, inwiefern sich innerhalb einer Förderstrecke mehrere Richtungswechsel mittels Rohrbögen oder Umlenkstation realisieren lassen. Ein weiteres Plus ist, dass der Wartungsbedarf bei der Grundausstattung der Rohrkettenförderer extrem niedrig ist, so dass eine Wartung in Betrieben oft sogar vergessen wurde. Denn lediglich die Kettenspannung und die Verschleißteile müssen an den Wartungsöffnungen - in großen Intervallen - überwacht werden.