Einsatz von Rohrkettenförderern
in der Zementindustrie

Schüttgut-Transport in der Zementindustrie

Schüttgut-Transport in der Zementindustrie

Insbesondere in der Zementindustrie lässt sich
beobachten, dass der hohe Anteil an Energiekosten
in der Zementherstellung und der immer härter
werdende Wettbewerb die Unternehmen dazu zwingt,
ihre Kosten zu senken.
Daher gewinnt der Einsatz von kostengünstigen
Sekundär- oder auch Ersatzbrennstoffen, wie geschredderter Haus- und Gewerbemüll, Autoreifen, Tiermehl, Altholz und anderen Biomassen, z. B. zur Befeuerung des Drehrohrofens, für die Zementindustrie immer mehr an Bedeutung. Für den innerbetrieblichen Transport dieser Schüttgüter wird häufig ein Rohrkettenförderer als flexibles und platzsparendes Fördersystem eingesetzt.

 

Der Rohrkettenförderer gehört innerhalb der mechanischen Fördersysteme zu den Stetigförderern. In seinen Grundbauteilen besteht er aus einer Spann- und einer Antriebstation, den Rohrgehäusen auf Förder- und Rücktrumseite sowie einer umlaufenden Förderkette, welche in gleichmäßigen Abständen mit Transportscheiben bestückt ist. Das zu fördernde Schüttgut wird am Einlauf in den Fördertrum eingebracht und durch die an der angetriebenen Kette befestigten Transportscheiben in Förderrichtung bewegt. Am Ende der Förderstrecke bzw. am Auslauf wird das Schüttgut am gewünschten Ort wieder abgegeben.

 

Senkung der Betriebs- und Energiekosten

Im Vergleich zu anderen Fördertechniken kann der Rohrkettenförderer mit niedrigem Energieaufwand betrieben werden und trägt durch seine marginalen Anlagen- und Betriebskosten zur Kosteneinsparung bei. Auf Grund des einfachen Förderprozesses kommt er ohne technisch aufwändige Einbauten aus und benötigt nur einen geringen Regel- und Steueraufwand, da zum Einstellen des Schüttgutmassenstroms lediglich die Kettenantriebsgeschwindigkeit bzw. Schüttgutzufuhr geregelt werden muss. 
Eine niedrige Kettengeschwindigkeit führt zu hohen Standzeiten und minimalem Verschleiß der Förderanlage. Die Wartungs- und Reparaturarbeiten sind extrem gering, so dass der Fördervorgang bzw. der Produktionsprozess keinen größeren Unterbrechungen unterworfen ist. Lediglich die Kettenspannung und eventuellem Verschleiß ausgesetzte Teile wie z. B. die Transportscheiben sollten in regelmäßigen Abständen über die Wartungsöffnungen kontrolliert werden.

Die dreidimensionale Linienführung in Verbindung mit den verschiedenen, je nach Bedarf auswählbaren, Rohrdurchmessern und Komponenten ermöglicht es, jegliche Art von Förderstrecke zu überwinden, unabhängig von deren Richtung. Ein Rohrkettenförderer lässt sich sehr komfortabel handhaben und dank seiner variablen Bauform genau an die Bedürfnisse vor Ort anpassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Förderaggregaten ist er problemlos in der Senkrechtförderung  einsetzbar und erreicht bis zu 100 % seiner theoretisch errechneten Förderleistung.

 

Flexible und staubdichte Förderung von Schüttgütern

Der Rohrkettenförderer eignet sich in verschiedenen Bereichen der Zementindustrie als Förderorgan, wie z. B. für den Transport

  • der natürlichen Rohstoffe, die zur Zementherstellung verwendet werden 
  • der Korrekturmaterialen für die Sinterung 
  • der Zwischenprodukte, die während der Zementherstellung entstehen
  • der Brennmaterialien für die Beschickung des Ofens und 
  • für den Filterstaubaustrag.

 

Somit können neben den bereits genannten Sekundärbrennstoffen auch diverse andere Schüttgüter, wie z. B. Calcium- oder auch Aluminiumoxid, Siliciumdioxid, Eisenerz, Gips, Anhydrit, Pigmente, Steine, Sand, Flugasche, Kalkstein oder Zementklinker per Rohrkettenförder an ihren Bestimmungsort transportiert werden.
Auf Grund des geschlossenen Systems findet der Schüttguttransport staub-, gas- und druckdicht statt, so dass Umwelt und Anlageräume von Verschmutzungen verschont bleiben und kein Schüttgut verloren geht. Zudem vermeidet das geschlossene System den Kontakt mit Feuchtigkeit und verhindert so Reaktionen des jeweiligen Schüttguts.

Der Rohrkettenförderer findet überall dort Anwendung, wo Schüttgutmengen von bis zu 60 m³/h über Förderstrecken von bis zu 60 m horizontal bzw. 40 m vertikal gefördert werden. Er ermöglicht die Förderung hoch abrasiver, toxischer, explosiver, klebriger oder auch chemisch aggressiver Schüttgüter, zeichnet sich durch seine Explosionsdruckstoßfestigkeit und Zünddurchschlagsicherheit aus und bietet die Möglichkeit einer ATEX-gemäßen Ausführung.

Durch das langjährige Know-How und die stetige Weiterentwicklung der Firma Schrage aus Friedeburg wurde das Rohrkettensystem so weit verfeinert, dass es weltweit bereits tausendfach installiert wurde.

 

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